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Erfahrungsbericht 4 Hochbegabt ≠ automatische frühzeitige Einschulung Wenn ein Kind
hochbegabt ist, heißt das noch lange nicht, dass eine frühzeitige Einschulung
problemlos möglich ist! Das mussten wir mit unserem Sohn erfahren, als dieser
mit 5 dreiviertel Jahren eingeschult werden sollte. Unser Sohn
wollte mit 4 dreiviertel Jahren überhaupt nicht mehr in den Kindergarten gehen,
da er sich nach eigener Aussage dort langweilte. Da wir schon seit seinem
Kleinkindalter vermuteten, dass er hochbegabt ist, haben wir ihn daraufhin an
der Universität Tübingen auf Hochbegabung testen lassen. Nach diesem Test war
uns klar, dass sich unser Sohn im Kindergarten tatsächlich langweilte und, auch
von der Universität Tübingen empfohlen, dringend im Herbst 2004 eingeschult
werden muss. Daraufhin haben
wir unseren Sohn in der für ihn zuständigen Grundschule angemeldet, die
Testergebnisse mitgeliefert und erklärt, dass wir einen Umschulungsantrag an
die nächstgelegene Schule mit A-Modell stellen, da eine solche von der
Universität Tübingen favorisiert wurde. Nachdem unser Sohn den
Einschulungstest bei der zuständigen Schule abgelegt hatte, meinte die
Rektorin, dass sie sich weigere, unser Kind in ihrer Schule ab Herbst 2004
einzuschulen mit der Begründung „er verhalte sich „im sozialen Bereich wie
ein 5-einhalb jähriges Kind“. Also genau altersgemäß! Damit war uns
auch der offizielle Weg, über einen Umschulungsantrag in eine andere Schule mit
A-Modell wechseln zu können, vorerst versperrt. Es blieb uns
nichts anderes übrig, als uns an das Schulamt zu wenden. Dieses meinte, dass es
auch nichts gegen die Entscheidung der Rektorin machen könne. Aber wir könnten
uns auf die Suche nach einer Schule machen, die unser Kind aufnehmen möchte!
(Etliche andere Stellen, von denen wir Hilfe erwartet haben, waren zwar sprach-,
aber ebenso hilflos wie wir selbst). Die Suche nach
einer Schule hat sich als sehr schwierig herausgestellt, denn um ein Kind
aufzunehmen, das bei der zuständigen Schule abgelehnt wurde, gehört sehr viel
Mut und Hilfsbereitschaft seitens der/s jeweiligen Rektorin/s. Leider haben wir
feststellen müssen, dass es daran bei den konsultierten Rektoren meistens
mangelt. Ein Rektor hat es beispielsweise sogar abgelehnt, überhaupt mit uns zu
reden. Ende gut,
alles gut? Wahrscheinlich,
denn wir haben eine wunderbare Rektorin kennen lernen dürfen, die unser Kind
mit offenen Armen aufgenommen hat. Es ist eine Schule mit A-Modell und unser
Sohn geht seit Schulbeginn unheimlich gerne zur Schule: „Es ist tausend Mal
schöner als im Kindergarten. Hier lerne ich so viele Dinge.“ Fazit: Man ist im
deutschen Schulsystem auf sich alleine gestellt und vom Wohlwollen der/s
Rektorin/s und Lehrer abhängig. Ohne großen Kampfgeist ihrer Eltern fallen
hochbegabte Kinder fallen durchs Raster und müssen dies bitter büßen. |