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Kapitel 4:Illusion? Draco lag auf dem Boden. Dennis kniete neben ihm. Er hatte die ganze Nacht nicht geschlafen. Motten schwirrten um sie herum. Die einzigen Tiere in der weiten trostlosen Landschaft. Es war eine der doofsten Situationen in die Dennis je geraten war. Gewiss, er konnte sich jederzeit selbst auf den Weg machen, allein nach Hause zu gelangen. Er kannte diese Welt zwar nicht so gut wie Draco, aber er würde es schon irgendwie schaffen. Andererseits machte er sich Sorgen, hatte Draco nicht gesagt dass der Magier beide Welten erobern wollte? Hier nahm alles seinen Anfang, wenn er etwas ändern konnte dann hier und jetzt. Es war seine Entscheidung... Dennis entschloss sich dafür sich wenigstens einmal von seiner Heldenhaften Seite zu zeigen. Was hätte er auch anderes tun sollen!? Mit einem letzten Blick auf Draco brach er auf. Sein Ziel war das Schloss des Zauberers oder sollte man es lieber eine Festung nennen? Jedenfalls beeilte er sich. Er wusste nicht wie viel Zeit ihm noch bleiben würde. Erst jetzt bemerkte er dass das Kettchen mit dem Anhänger fort war. Das machte ihm zwar Sorgen aber was sollte er auch tun? Sorgen über seine Heimreise konnte er sich später machen. "Irgendwie werd ich's schon schaffen." sagte er laut zu sich selbst. Obwohl er gar nicht daran glaubte. Es fing an zu regnen. Langsam bildeten sich Pfützen zu Dennis Füßen. Als die Tropfen hinein fielen, schmückten kleine, kreisrunde Wellen die Wasseroberfläche. Dann schossen Dennis wilde Gedanken durch den Kopf: ... Drache Draco ... Feuerdrache ... Magier... zwei Welten ... Kettchen mit Anhänger... und dabei blieb es. Dieser Gedanke raste so wild durch seinen Kopf, dass er diesen zunächst schütteln musste. Nein, das konnte nicht sein, das durfte einfach nicht sein! Dennis kauerte sich unter einem Tannenstumpf zusammen. Der Regen ließ nicht nach. Unbarmherzig schloss er Dennis in einer Regenwand ein. Es wurde immer kälter. Dennis kroch unter dem Baumstumpf hervor. Er fror jämmerlich. Die Regenwand hatte sich schon so weit Dennis sehen konnte, am Horizont ausgebreitet. Da Dennis nur mit einem T-Shirt und einer Jeans bekleidet war, hatte er schon längst eine Gänsehaut. Jeder Schritt war mühselig und schmerzte. Noch ein bisschen länger und ich bin ein Eiszapfen, dachte er. Dennis sehnte sich nach der warmen Wohnung, wo er bei solchem Wetter stets hinter dem alten Kachelofen seiner Oma kauerte. Auf seinen Haaren hatte sich Reif gebildet. Erst jetzt bemerkte er wieder die klirrende Kälte. Auf einmal sah er in der Ferne einen blühenden Garten. Das muss Einbildung sein, dachte Dennis. Er ignorierte ihn einfach. Er sah nicht hin. Doch mit jedem Schritt kam der Garten näher. Dennis Augen waren schon halb geschlossen. Ich muss es schaffen dachte er, ich muss es schaffen, ich muss ... weiter kam er nicht. Es überschwemmte ihn eine Welle von Hoffnungslosigkeit. Eine innere Stimme neckte ihn: "Du kannst das nicht, du schaffst das nicht, gib lieber gleich auf. Doch Mut überkam ihn, wie damals als er zum ersten mal in Draco's Augen geblickt hatte. Seine Schritte wurden schwer. Längst fiel Schnee. Über der Festung des Zauberers zuckten helle Blitze. Dennis atmete schwer. Dies war kein normales Wetter, es war das Werk des Zauberers. Soviel wusste er. Doch das Denken fiel ihm schwer. Dann brach er zusammen. Schnee bedeckte ihn. Und bald war er nichts anderes, als eine weitere Schneewehe in der trostlosen, weiten Landschaft.
© by Anouk (10 Jahre) mit freundlicher Genehmigung des Autors! Nachdruck, auch Auszugsweise nur nach Genehmigung durch den Autor! |